Trauma-Workshop „Der sichere Ort“ zeigt hohen Informationsbedarf

Zu den am häufigsten genannten Themen in den Arbeitskreisen für die Unterstützung von Geflüchteten gehören Traumata und Posttraumatische Belastungsstörungen.

Deshalb trafen sich professionell und ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe Tätige im Bürgersaal der Stadt Sulz. „Der sichere Ort – Wie Helfende mit Trauma umgehen“ lautete der Titel des gut zweistündigen Trauma-Workshops, den ich für den Arbeitskreis Flucht und Asyl moderieren durfte. Bei der Organisation arbeitete ich mit Anke Eyrich (Sozialpädagogin und Familientherapeutin), Elke Börnard (Gestalt- und Craniosacraltherapeutin, Sozialpädagogin) und dem Diplom-Psychologen Peter Schimak zusammen.

Frank Börnard interviewt Experten
Meine Gesprächsrunde mit Anke Eyrich, Elke Börnard und Peter Schimak (von links) zeigte die vielen interessanten Aspekte des Themas Trauma auf. Foto: Thomas Schlachta

Nach der Gesprächsrunde im Trauma-Workshop  sammelten die Teilnehmenden zunächst ihre Fragen und Themen. Das Spektrum reicht von methodischen Fragen („Was braucht ein traumatisierter Mensch?“) über Signale („Ist Traumatisierung ein Hindernis für die Integration?“) und das eigene Verhalten („Kann ich durch Fehlverhalten Traumata verschlimmern?“) bis hin zu Informationsquellen und Unterstützung.

Die Themen des Trauma-Workshops stehen auf Zetteln, die an einer Pinnwand heften.
Die Themen wurden im Workshop Trauma auf Zetteln gesammelt und anschließend diskutiert.

Einige der Fragen wurden gleich im Anschluss erläutert und besprochen, andere flossen in eine anschließende Ermittlung des Bedarfs der teilweise professionell, teilweise ehrenamtlich Tätigen ein.

Sehr wichtig war es den Teilnehmenden, mehr Fachwissen zu Traumata zu erhalten. Außerdem besteht großes Interesse, sich zu den konkreten Fällen auszutauschen. Ganz gezielt gefragt wurde nach Methoden, dem Umgang mit traumatisierten Kindern und der Ermittlung des Bedarfs an Unterstützung seitens der Geflüchteten.

Mehr über den Trauma-Workshop finden Sie hier.

Business as (un)usual: Vertrieb 4.0

Zwischen Mundpropaganda und Vertrieb 4.0 – Wie kommt mein Produkt zu neuen Kunden?

Bei einem „Forum Vertrieb“ diskutierten 25 Vertriebs-Profis an der Business School Alb-Schwarzwald über die aktuellen Trends – und transferierten ihre Erkenntnisse gleich in die Praxis: Im zweiten Teil des Abends analysierten sie den Vertrieb eines heimischen Unternehmens, gaben Tipps und Ratschläge, stellten vor allem viele Fragen.

Vertriebler als Dinosaurier, die vom Aussterben bedroht sind?

Moderiert wurde das Forum Vertrieb vom Business-School-Absolventen Frank Börnard. Der Wirtschaftsförderer und Leiter des Steinbeis-Beratungszentrums impulse.ideen.innovationen startete den Abend mit einem Impuls-Vortrag. Darin zeigte er die Vielfalt der Herausforderungen der digitalen Ära auf. Den Einstieg bildete provokanter Blick in die Evolutionsgeschichte.

Nicht der Stärkste überlebt

Nicht die stärkste oder intelligenteste Spezies überlebt, sondern diejenige, die sich an wechselnde Umweltbedingungen am besten anpassen kann. Das ist die etwas ausführlichere Form von Charles Darwins‘ „Survival of the fittest“.
Was das mit Vertrieb 4.0 zu tun hat? Experten wie Karl-Heinz Land sprechen vom „Digitalen Darwinismus“. Wenn sich Technologie und Gesellschaft schneller ändern, müssen sich Unternehmen anpassen – um nicht wie einst die Dinosaurier auszusterben.

Die Arbeitswelt verändert sich

Das hat auch Auswirkungen auf die Arbeitswelt, auf Berufsbilder. Börnard verwies unter anderem auf die ARD-Themenwoche „Zukunft der Arbeit“ sowie die Ergebnisse des IHK-Workshops „FutureHotel“ an der Hansgrohe Aquademie. Dort wurde klar definiert, dass Digitalisierung nicht den Menschen ersetzt, sondern für eine Verlagerung sorgt.
Empfangsmitarbeiter konzentrieren sich beispielsweise darauf, den Gast zu empfangen, sich um ihn zu kümmern, ihm Lösungen anzubieten – statt bloße Schnittstelle zum kaufmännischen System des Hotels zu sein („Der Computer sagt, ich muss Sie nach der Postleitzahl fragen.“).

Der Spielraum wird größer

Am Schluss seines Impuls-Vortrags stellte Börnard ein Modell der Vertriebs-Dimensionen zur Diskussion. Aktiver Vertrieb und Suchmaschinenoptimierung, Fokussierung auf digitale Lösungen oder auf die Kernkompetenzen des Menschen: Zwischen diesen Polen sind kreative, individuelle Lösungen für die jeweilige Zielsetzung, Kundenansprache und Branche gefragt.

Den Kunden anrufen oder ihm Informationen online bereitstellen? Alles automatisieren oder den Menschen ins Zentrum setzen? Zwischen diesen Polen ist Raum für individuelle Lösungen.
Den Kunden anrufen oder ihm Informationen online bereitstellen? Alles automatisieren oder den Menschen ins Zentrum setzen? Zwischen diesen Polen ist im Zeitalter des Vertrieb 4.0 Raum für individuelle Lösungen.

Heute bin ich mehr als doppelt so oft beim Kunden

Im Anschluss zeichneten die Teilnehmer eine Zahl oder ein Symbol auf, das ihrer Meinung nach die aktuellen Trends im Vertrieb charakterisiert. Dann stellten sie sich und ihre Zeichnung kurz vor. Schon dabei wurde deutlich, wie differenziert die Entwicklungen betrachtet werden. Es gibt nicht den einen Königsweg. Die Präsenz beim Kunden etwa ist heute sogar wichtiger als früher. Weitere Erkenntnisse zeigt die folgende Galerie mit Fotos von Heiko Seemann.

 

Viele Fragen wurden diskutiert

Wo stehen wir 2016? Im Zeitalter der voll digitalen, voll vernetzten Maschinen stellt sich vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen immer noch die alte Frage, wie man mit seinem Produktportfolio aktiv neue Kunden gewinnt. Welche Chancen bieten die modernen Technologien von Social Media bis Big Data? Was raten die Alten Hasen – Mundpropaganda, Multi-Channel, SEO, Vertrieb 4.0 mit hohem Automatisierungsgrad auf der Basis aktueller Kundendaten oder von allem etwas? Das waren einige Fragen, denen sich die Teilnehmer im Rahmen des Forums an der Business School Alb-Schwarzwald stellten.

Fazit: Seitenweise Erkenntnisse

Am Schluss zogen alle ein positives Fazit – „Wir hatten uns von dem Abend ein paar Impulse erhofft, jetzt haben wir seitenweise Erkenntnisse, über die wir weiter nachdenken können“, fasste einer der Teilnehmer zusammen.

Und noch ein bisschen mehr…

Einige Links zum Thema Digitalisierung:

  • Die Bundeszentrale für politische Bildung hat zum Thema „Zukunft der Arbeit“ im Zeitalter der Digitalisierung eine eigene Rubrik auf ihrer Homepage – dort gibt es auch ein interessantes Interview mit Prof. Ortwin Renn.
  • Ein Beispiel für Digitalisierung: Im „Henn na“ Hotel begrüßen Roboter die Gäste mehrsprachig – und auch sonst übernehmen sie viele Aufgaben.
  • Das Marktforschungs-Institut Gartner hat drei Trends bei der Digitalisierung ausgemacht und beschrieben.
  • Richard Sexton hat im Magazin „RetailerNOW“ einen Artikel zum „Educated Customer“ veröffentlicht. Ein Kunde, der sich intensiv informiert, bevor er auf den Verkäufer trifft.

Welche Jobs sind gefährdet?

  • Die ARD hat zu ihrer Themenwoche „Zukunft der Arbeit“ den „Job-Futuromat“  online gestellt. Hier kann man sich ein Bild machen, welche Berufe wie stark betroffen sind. Die Angaben sind durchaus mit Vorsicht zu genießen.
  • Zwei Drittel der Verkaufs-Jobs sind laut dem Ideenwerk BW durch Digitalisierung gefährdet.