Nistkasten mit Kamera

Wie wir zu einem Nistkasten mit Kamera kamen: In unserem Haus gibt es ja mehrere Vogelverrückte. Zum einen natürlich solche, die sie als kleinen Happen für Zwischendurch betrachten. Zum anderen aber auch solche, die im Süden Englands die Begeisterung für Birdwatch, die regelmäßige Beobachtung der gefiederten Freunde, aus nächster Nähe miterlebt haben.

The Big Garden Birdwatch„, bei der Vögel im eigenen Garten an einem bestimmten Tag gezählt werden, ist „die größte Wildbeobachtungs-Studie derWelt“.

Eine andere Begeisterung, die man auf der Insel pflegt, ist CCTV – Closed Circuit Television. Auf Deutsch: Die Videoüberwachungsanlage. Kaum ein Gebäude, eine Bushaltestelle, ein Taxi oder eine Gartenlaube, die nicht damit ausgerüstet ist.

In der Kombination ergibt sich dann die kontinuierliche Vogelüberwachungsanlage. Oder: Ein Nistkasten mit eingebauter Videokamera.

Tag und Nacht Vögel beobachten

Es gibt etliche Firmen, die Holzkästen mit eingebauter Kamera anbieten – und, für Bastler, natürlich auch Anleitungen. Nach ein wenig Recherche habe ich mich für einen fertigen Nistkasten von Stefan Örtl entschieden. Seine Firma (hier klicken für die Webseite) produziert schlichte, funktionale Kästen mit recht aufwändig eingebauter Kamera. Sie wurde bereits auf den Nahbereich abgestimmt und ist von außen zu bedienen. Herr Örtl nutzt bewährte Serienmodelle von so genannten IP-Kameras. Sie benötigen eine herkömmliche Stromversorgung und übertragen das Kamerabild per WLAN.

Die Kontrolleuchten der originalen Kamera werden von ihm entfernt, so dass sie nicht mehr stören. Der Kasten ist von außen – bis auf das Kabel zum Netzteil – nicht von einem herkömmlichen Modell zu unterscheiden.

Nistkasten mit Kabel
Links sieht man das Kabel zum Netzteil der Kamera. Foto: Elke Börnard

Zugriff per App

Praktisch ist, dass man sich eine kostenlose App auf Handy und Tablet laden kann. Sie stellt nicht nur das Kamerabild dar – man kann auch direkt Schnappschüsse machen und wird benachrichtigt, wenn eine Bewegung im Kasten erkannt wird.

Bei uns gibt es immer wieder mal Fehlalarme – bei starken Windstößen, Vögeln außen am Kasten und ähnlichen Ursachen. Aber damit kann man leben. Denn just an Neujahr hatten wir den ersten „echten“ Alarm. Um Vögel bereits im Winter anzulocken, haben wir außen einen Meisenknödel an der serienmäßigen Anflugstange angebracht und innen etwas Futter ausgelegt.

Fotos vom ersten Besucher des Nistkastens

Nistkasten erster Besucher
Eine neugierige Meise beäugt das Futter im Nistkasten mit eingebauter Kamera.

Ein Klick in der App, und der Besuch ist fotografiert. Da die Kamera mit Infrarotlicht und -sicht ausgestattet ist, kann man auch nachts sehen, was im Nistkasten passiert.

Meise pickt Futter im Nistkasten mit Kamera
Die Meise pickt ein bisschen Futter.

Noch keine Lösung für Live-Video

Nicht so einfach, wie wir es uns vorgestellt haben, ist lediglich die Integration des Videobildes auf der Webseite. Da suchen wir noch nach einer Lösung. Ansonsten sind wir natürlich sehr gespannt, ob die Vögel im Nistkasten ein Nest bauen – und, wie der Ton sein wird.