Jetzt wird’s offiziell…

Als sechster Bücherschrank in Deutschland ist das Bücherschränkle am Neckar offiziell von der internationalen Organisation „Little Free Library“ anerkannt worden. Ein graviertes Schild mit der Registrierungsnummer zeigt jetzt an, dass es Teil des weltweiten Verbunds öffentlicher Bücherschränke ist.

So, jetzt ist das Bücherschränkle offiziell und international anerkannt!
So, jetzt ist das Bücherschränkle offiziell und international anerkannt!

Meanwhile…

Jetzt muss ich natürlich gründlich den "Steward's Guide" der Organisation lesen.
Jetzt muss ich natürlich gründlich den „Steward’s Guide“ der Organisation lesen.

Ein großer Verlust…

11 Jahre hat Nero in Sulz gelebt und Spaziergänger am Neckar begrüßt.
11 Jahre hat Nero in Sulz gelebt und Spaziergänger am Neckar begrüßt.

Heute musste unser Kater Nero überraschend wegen eines Tumors an der Niere eingeschläfert werden. Wir hatten ihn 2004 als Notfall bei uns aufgenommen. Seine ursprünglichen Zweibeiner mussten ihre Wohnung räumen, und die Sulzer Familie mit mehreren Kindern und Hunden konnte Nero nicht mehr beherbergen. In der Zeitung wurden erfahrene Katzenhalter gesucht – und wir schlossen ihn sofort ins Herz.

Da es hieß, er sei vorher mit anderen Tieren zusammen gehalten worden, zog kurz darauf noch ein weißer Kater ins Haus – der natürlich Bianco gerufen wird. Nero spielte seither den Chef im Haus (außer am Fressnapf, da hatte Bianco den Vortritt), zoffte sich mit Mitbewohnern und auch so manchem „Konkurrenten“.

Mit Zweibeinern verstand er sich deutlich besser. Er schloss in der Nachbarschaft etliche Freundschaften, schaute bei einem Nachbarn im Winter von der Küchenbank aus aufs Vogelhäuschen, ließ sich bei anderen das Futter schmecken – und erzählte allen aus seinem spannenden Leben.

Manche missverstanden das als „Jammern“ und „Nörgeln“, aber eigentlich wollte Nero einfach nur ein Schwätzchen am Spazierweg halten. Fellpflege war natürlich willkommen.

2010 zogen dann zwei englische Kater ein, die Nero mit seinen schwäbischen Wurzeln suspekt waren. Mit dem älteren Kater verstand er sich gar nicht, weil auch der Chef sein wollte.

Aber irgendwie arrangierte man sich. Und Nero führte ein stolzes, abenteuerliches Leben mit großer Klappe. Nur nicht bei Gewitter und Feuerwerk, da verzog er sich lieber in den hintersten Winkel unter der Kellertreppe. Nicht aus Angst selbstverständlich, sondern als reine Vorsichtsmaßnahme.

Am Bücherkasten strich er so manchem Bibliophilen um die Beine, begrüßte seine Fans – und fing auch so manche Maus im Neckarufer.

Wir werden Nero sehr vermissen!

To MOOC or not to MOOC

An „Massive Open Online Courses“ teilzunehmen ist zwar anstrengend, aber oft auch sehr bereichernd und spannend. Am Massachusetts Institute of Technology habe ich jüngst an einem Kurs zu „User Innovation: A Path to Entrepreneurship“ teilgenommen und ihn erfolgreich abgeschlossen. Es ging also darum, wie und warum Anwender die wichtigsten Innovatoren sind – und darum, selbst Innovationen zu entwickeln.

Leider war der Kurs extrem holprig – mehrere Aufgaben funktionierten technisch nicht, wurden falsch gestellt und dann zurückgezogen oder mussten wiederholt werden. Die größte Enttäuschung folgte am Schluss: Obwohl viele (mich eingeschlossen) in den anspruchsvollen Aufgaben und Aufsätzen über sechs Wochen Bestnoten erzielten, wurde der Multiple-Choice-Abschlusstest höher bewertet. Und auch hier waren dummerweise Fragen schlecht gestellt und Antwortmöglichkeiten schlicht falsch („fre reveal“ oder „free revealing“ wurden als korrekt gewertet, „free reveal“ allerdings nicht…).

Das dicke Aber: Es ist immer wieder schön, mit Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der ganzen Welt zu diskutieren und zu sehen, wie engagiert viele mitarbeiten!

Ach so – die Innovation? Eine Idee, wie man Kratzer an teuren Alufelgen vermeiden kann. Da beispielsweise 55 % aller Alufelgen in England verkratzt oder beschädigt sind, durchaus ein relevantes Thema…

Kein Dan Mangan für Dan-Mangan-Fans?

Dan Mangan kommt am 17. September ins FranzK und gibt ein Konzert. Als ich das hörte, lud ich Leute ein, mitzukommen, um ihn live zu erleben.

Dann stieß ich auf eine begeisterte Rezension des neuen Albums „Club Meds“, las etwas von seiner neuen Band, dem neuen Sound, der neuen Ausrichtung. Sicherheitshalber hörte ich mal rein, war etwas irritiert, kaufte die CD und beschäftigte mich intensiver damit. Sehr, sehr knifflig, diese Scheibe! Mehrfach habe ich nun gelesen, dass sie „schwer verdaulich“ oder „sperrig“ ist, und es lohnt, sich einzuhören. Es gibt wirklich viele 5-Sterne-Rezensionen.
Bei den alten, gewohnten Stücken auf früheren CDs sind richtige Ohrwürmer dabei – „Oh Fortune“, „About As Helpful As You Can Be Without Being Any Help At All“ oder „Daffodil“ etwa. Fast schon zuckersüß, aber mit einer rauen Stimme, Dissonanzen und Passagen hartnäckig wiederholender Rhythmen, aus denen einen Dan Mangan erlöst. Man hört ihm dann um so lieber zu, konzentriert sich auf den Text und wird gerade dafür belohnt:

„Both feet together
Slowly progressing
Always in time
Don’t count the feathers
Just count the wings
Everyday counting
Everything’s changing
I almost forgot it
But then I remembered

I was thrown in the boat
Cast out to sea
Friendly with waves
There were sharks below
Hungry for me
So I dangled my leg“

Skurrile, faszinierende, düstere, etwas verschlossene Poesie.

Das gibt`s auf „Club Meds“ nun auch. Aber diese teils anstrengenden, schrägen, repetitiven Rhythmen und Melodiefetzen, die harten Riffs stehen teilweise stark im Vordergrund und werden dann von einem zuckersüßeren Dan Mangan gebrochen, der aber mit seiner ruhigen Art nicht gegen den Art-Rock oder was immer das auch ist ankommt. Manchmal klingt es, überspitzt ausgedrückt, nach krawalliger Band und etwas trivialem Singen, untermalt von Geigen und Bläsern (Ich frage mal: Braucht er das? Man schaue sich mal „Dan Mangan performs About As Helpful As You Can Be Without Being Any Help At All on Exclaim!TV“ als Video an… da ist das Fehlen der Begleitung und der grottige Sound ein Gewinn und kein Mangel, weil Dan Mangan einfach eine große Präsenz hat). Zwischen dem Rock ist Mangan ein klassischer Singer-Songwriter eben, mit Bonus-Orchester.

Man kann diesen Eindruck, den ich gerade habe, sicher widerlegen. Er entstand aus der oben geschilderten Historie heraus, wenn man den Mann mit der großen, authentisch wirkenden Stimme, die nach tausend Seemeilen, Möwen, Wind und Wetter, Einsamkeit und Melancholie klingt, mag – und einem die Ohrwürmer, die Erlösungen und die Poesie nicht aus dem Kopf gehen.

Und dann stößt man auf ein Album, das man sich als „Kenner“ wieder und wieder über Kopfhörer erschließen muss. Aber es ist nicht mehr die Art Musik, zu der ich ein bunt gemischtes Publikum einladen möchte, weil sie das unbedingt mal gehört haben müssen. Die würden vielleicht drei Sterne geben, ich eher mehr… also ist es irgendwo dazwischen.

Die oft vergebenen 5-Sterne sind für mich auch nachvollziehbar. Wenn man nur dieses Album betrachtet, isoliert, dann ist es etwas ganz besonderes. Für Kritiker, Kenner, Kopf-Hörer. Aber es ist ein Bruch für Dan-Mangan-Fans.

Der neue Bücherschrank hängt…

… oder das Bücherschränkle, wie die ersten Besucher gleich riefen. Und, ja, die Tür hat die Lamellen nach unten ausgerichtet. Wir wollen auch australische Bücherfreunde ansprechen. Und Neuseeländer. Und Pinguine – oder leben die doch am Nordpol? Wenn Sie das alles beantworten können, lösen Sie vermutlich Kreuzworträtsel oder unterrichten… Wir nehmen auch Rätselbände, solange sie noch nicht ausgefüllt sind!

Jede Woche eine neue (Lese-)Welt!
Jede Woche eine neue (Lese-)Welt!
Die ersten Bücher sind schon drin. Und im Dachgeschoss wohnt jemand...
Die ersten Bücher sind schon drin. Und im Dachgeschoss wohnt jemand…

Sauerland 2015

Usedom 2015