An der Business School Alb-Schwarzwald diskutierten Expertinnen und Experten von Schulen und Unternehmen miteinander.

Business as (un)usual: Was Unternehmen und Freie Schulen voneinander lernen können

Motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Zukunft

An der Business School Alb-Schwarzwald diskutierten Expertinnen und Experten von Schulen und Unternehmen miteinander.
An der Business School Alb-Schwarzwald diskutierten Expertinnen und Experten von Schulen und Unternehmen miteinander. Frank Börnard vom Steinbeis-Beratungszentrum impulse.ideen.innovationen moderierte den Workshop.

Kreis Rottweil. „Was können Freie Schulen und Unternehmen voneinander lernen?“ – diese Frage stellten sich Experten aus Bildung und heimischen Firmen beim „Forum Personal: Intrinsische Motivation und neue Konzepte“ an der Business School Alb-Schwarzwald in Rottweil. Eingeladen hatten das Steinbeis-Beratungszentrum impulse.ideen.innovationen und „ZUKUNFT ENTWICKELN“.

Bei der losen Reihe „Forum“ an der Business School Alb-Schwarzwald treffen sich Praktiker verschiedenster Branchen, um sich zu Fachthemen auszutauschen, interessante Kontakte zu knüpfen und neue Ideen zu entwickeln. Im Oktober wurde das Konzept der „Freien“ und „Demokratischen Schulen“ vorgestellt.

Was sind Freie Schulen?

Freie und Demokratische Schulen setzen auf die intrinsische Motivation. Darunter versteht man die innere, aus sich selbst entstehende Antriebskraft eines jeden Menschen. Manche Tätigkeiten macht man einfach gern – weil sie Spaß machen, weil sie sinnvoll oder herausfordernd sind oder einen schlicht interessieren.  Deshalb haben Kinder selbst den Drang, zu entdecken und sich weiterzuentwickeln. Die Schulen setzen auf selbstbestimmtes Lernen, demokratische Mitbestimmung und gegenseitigen Respekt.

So gibt es für die Schülerinnen und Schülern der Freien Schule Brigach im Schwarzwald keinen Stundenplan, sondern lediglich Angebote. Die Kinder bestimmen an der Grund-, Haupt- und Werkrealschule je nach ihren individuellen Interessen und Bedürfnissen das Lerntempo und die Inhalte selbst.

„Wir waren beim ersten Besuch der Schule im Sommer dieses Jahres neugierig, wie dieses Konzept funktioniert“, berichtet Frank Börnard vom Steinbeis-Beratungszentrum impulse.ideen.innovationen. „Die Schülerinnen und Schüler begrüßten uns, führten die Besucher nach einem von ihnen selbst erstellten Plan durch die Schule, erklärten uns das besondere des Konzeptes und beantworteten kompetent und kommunikationsstark alle Fragen.“

Beeindruckend ist die Erfolgsbilanz der kleinen Schule: Alle Abgänger erzielten gute oder sehr gute Noten in ihren Abschlüssen, viele bilden sich gleich an anderen Schulen weiter – ohne dabei Probleme mit der Umstellung auf eine andere Schulform zu haben.

Eine eigene Schülerfirma versorgt Schüler und Lernbegleiter einmal die Woche mit Essen.

Die Schule versteht sich nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zum bestehenden Bildungsangebot.

Was hat das mit heimischen Unternehmen zu tun?

„Was wir bei den Schülern gesehen haben, sind Kompetenzen, die bei vielen Unternehmen heute sehr gefragt sind“, sagt Steinbeis-Berater Frank Börnard. „Hoch motiviert, sehr strukturiert, dabei kreativ, neugierig, sozial kompetent, selbstbestimmt und zur Veränderung bereit – in einer Zeit der permanenten und extrem schnellen Veränderung benötigt man solche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Denn disruptive Veränderungen, Digitalisierung, Industrie 4.0, agile Organisation und ständige Weiterentwicklung der eigenen Kompetenz sind überlebenswichtig für die heimischen Firmen.“ In einer Zeit des 3-D-Drucks, der Elektrifizierung des Individualverkehrs, des Wertewandels bei kommenden Generationen und vielen weiteren Entwicklungen im Umfeld, wird die Anpassung zur täglichen Daueraufgabe.

„Deshalb lag es nahe, zu einem Austausch zwischen Freien und Demokratischen Schulen und Unternehmen einzuladen“, so Börnard. Zum viereinhalbstündigen Workshop gehörte dabei auch die Vorführung des Films „Schools of Trust“, der die Schulkonzepte beschreibt.

Wie war das damals in der Schulzeit? Zu Beginn des Workshops erzählten sich die Teilnehmenden, wie sie ihre eigene Schulzeit erlebt haben.
Wie war das damals in der Schulzeit? Zu Beginn des Workshops erzählten sich die Teilnehmenden, wie sie ihre eigene Schulzeit erlebt haben.

Sind die Schülerinnen und Schüler bereit für die Unternehmen?

Im „Forum Personal“ hakten zehn Expertinnen und Experten, vorrangig aus Personalabteilungen größerer Unternehmen der Region, bei den Lernbegleiterinnen und -begleitern, einer anwesenden Schülerin und Fachleuten für Bildung nach: Kommen die Schülerinnen und Schüler nach Jahren der Selbstbestimmung mit den Unternehmen klar? Sind die Abgänger in bestehende Teams integrierbar? Fehlen nicht Kompetenzen, wenn in der Schulzeit immer selbst gewählt wird, was und wann man lernt?

Die Antworten aus dem Bereich der Schule, der Bildungsexperten und der Eltern überzeugten ebenso wie eine anwesende Schülerin der Freien Schule, die über ihren erfolgreichen Abschluss und die weiteren Schritte ihrer Ausbildung an Regelschulen berichtete.

Am Ende der Fragerunde merkten die Vertreterinnen und Vertreter der Unternehmen an, dass sie derzeit zum einen Menschen suchen, die diszipliniert Anweisungen befolgen – zum anderen aber verstärkt auch kreative, eigenverantwortlich handelnde Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Alle Personal-Expertinnen und -Experten sowie Unternehmerinnen und Unternehmer waren beeindruckt vom Potenzial der Schulen gerade in dieser Hinsicht – aber auch von den guten Ergebnissen der Schülerinnen und Schüler. Sie gaben den Fachleuten von den Freien Schulen detailliert Einblick in ihre Anforderungsprofile für die Jobs von morgen.

In Gruppen tauschten sich Expertinnen und Experten aus Unternehmen und Schulen aus. Zum Workshop gehörten auch kreative Aufgaben, um sich dem Thema zu nähern.
In Gruppen tauschten sich Expertinnen und Experten aus Unternehmen und Schulen aus. Zum Workshop gehörten auch kreative Aufgaben, um sich dem Thema zu nähern.

Sind die Unternehmen bereit für die Schülerinnen und Schüler?

Eine andere Frage wurde aber auch gestellt: Wie werden Unternehmen attraktiv für Schülerinnen und Schüler, die sich selbstbestimmt und selbstbewusst ihren Arbeitgeber nach ganz neuen Kriterien aussuchen? Gute Kommunikation über viele Kanäle, transparente Entscheidungsprozesse, flache Hierarchien, klare Angebote zur Weiterentwicklung, gute Arbeitsatmosphäre, Möglichkeiten zur Beteiligung bei Entscheidungen, flexible Arbeitsmodelle, eine offene und kooperative Unternehmenskultur – das waren nur einige Stichworte, die fielen. „Wir haben in dieser Hinsicht noch viel zu tun, aber wir sind schon auf einem guten Weg“, zeigte sich eine Personalverantwortliche zuversichtlich. „Denn wir wissen, dass sich die sehr bald kommenden Herausforderungen anders nicht meistern lassen.“

 

Fazit: Viel voneinander gelernt

Nach intensivem Austausch und gemeinsamem Arbeiten an neuen Konzepten zogen die über 20 Besucherinnen und Besucher am Ende des „Forum Personal“ ein positives Fazit: „Wir haben viel voneinander gelernt und viele Impulse mitgenommen“. Auch das Netzwerken kam – wie immer an der Business School – nicht zu kurz.

Business as (un)usual: Gewerbegebiet InPark A81 bei Kunstaktion

Ein interkommunales Gewerbegebiet bei einer regionalen Kunstveranstaltung – passt das? Ja, das tut es.

Das Interkommunale Gewerbegebiet Sulz am Neckar | Vöhringen InPark A81 war mit einem kleinen Stand im Sulzer Stadtpark Wöhrd vertreten. Anlass war der Aktionstag „Rad und Kunst“ – die „längste Kunstmeile Baden-Württembergs“.

„Wir konnten mit interessierten Besuchern in entspannter Atmosphäre über die aktuellen Entwicklungen im InPark A81 sprechen und ihre Fragen klären“, berichtet Wirtschaftsförderer Frank Börnard. „Der Rahmen passte gut, denn ’Rad und Kunst’ zeigt die Stärken der Region auf: Eine vielfältige Kulturszene, sehr gute Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten sowie eine lokal engagierte, kreative, innovative Wirtschaft.“

Für Letztere stand beim Aktionstag „Rad und Kunst“ beispielhaft die Heinrich Kipp Werk KG. Sie hatte zuvor zum Kunstwettbewerb „KIPP art“ aufgerufen. Zahlreiche eingereichte Skulpturen und Bilder wurden auf dem Wöhrd beim Aktionstag erstmals ausgestellt.

Gerd Hieber, Bürgermeister von Sulz am Neckar und Vorsitzender des Zweckverbands (links) und Frank Börnard, Wirtschaftsförderer InPark A81 und 2. Vorsitzender des Vereins Neckar-Erlebnis-Tal, eröffneten den Aktionstag.

„Beim Marketing-Mix eines Gewerbegebietes kommt es neben einer guten Infrastruktur, Autobahnnähe und Datenanbindung eben auch darauf an, wie lebenswert die direkte Umgebung ist“, betont Börnard. „Nur so lassen sich qualifizierte Fachkräfte binden und entwickeln“.

Das Interkommunale Gewerbegebiet Sulz am Neckar | Vöhringen InPark A81 war mit einem Stand beim Aktionstag „Rad und Kunst“ vertreten.

Weitere Infos unter www.inpark-a81.de

Forum Personal am 23. Oktober 2017: Intrinsische Motivation und neue Konzepte

Wie lässt sich gewährleisten, dass motivierte Menschen ihre Potenziale voll entwickeln können? Wie finden und binden Unternehmen sie? Wie können sie gefördert werden? Wie werden wir in Zukunft miteinander umgehen?

 

Unter anderem wird im Forum Personal ein Teil des Films „Schools of Trust“ gezeigt.

Freie und demokratische Schulen haben eine Antwort darauf. Sie sind ein fester Bestandteil der Bildungslandschaft Baden-Württembergs. Und sie werden ihrem Namen gerecht: Sie setzen auf die Lust am Lernen, statt starre Lehrpläne vorzugeben. Die Lehrerinnen und Lehrer sind als Lernbegleiter Unterstützende und Ermöglichende – statt Kontrollinstanz und Bewertende. In der Praxis beweisen die alternativen Schulformen mit beachtlichen Erfolgen, dass hinter den Konzepten ein großes Potenzial steckt.

Im Forum „Intrinsische Motivation und neue Konzepte“ werden Expertinnen und Experten Konzepte Freier Schulen vorstellen und aus der Praxis berichten. An das Kennenlernen der Ansätze und Erfolge schließt sich ein Workshop an. Gemeinsam erarbeiten wir dabei Impulse, Ideen und Innovationen zur Frage, was sich aus den Erfahrungen an Schulen auf andere Bereiche von der Ausbildung bis zur Führung übertragen lässt.

Das Forum findet am 23. Oktober 2017 von 16:30 bis 20:30 Uhr in der Business School Alb-Schwarzwald, Wilhelmshall 36, 78628 Rottweil, statt.


Programm

1. Begrüßung durch die Moderatoren


• Frank Börnard (Steinbeis-Beratungszentrum impulse.ideen.innovationen)
• Hans-Ulrich Händel (ZUKUNFT ENTWICKELN)

2. Kennenlernen der Teilnehmenden

3. Schools of Trust – Aufbruch zu den Schulen von morgen Ausschnitte aus dem Film von Christoph Schuhmann

4. Erfahrungen aus der Praxis Diskussionsrunde, u.a. mit


• Dr. Ekkehard Lippold (Steinbeis Transfer-Institut „Educational Management“, Freiburg)
• Johanna Haiss (Erzieherin, Erlebnispädagogin, Sozialpädagogin)

5. Imbiss Netzwerken und Austauschen

6. Wir entwickeln die Gedanken an Thementischen weiter. Wo lassen sich die Ansätze einbringen:


• Bildung und Ausbildung
• Recruiting und Employer Branding
• Führung
• Schulgründung
• Freier Tisch

7. Lessons learned: Was hat uns der Abend gebracht – welche Fragen sind noch offen?

Für alle, die einen Beitrag für Getränke und den kleinen Imbiss entrichten möchten, wird eine „Spendenkasse“ aufgestellt.

Anmeldungen zum Forum Personal bitte bis zum 13.10.2017 an u.villing@bs-as.de

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme

Frank Börnard, Johanna Haiss, Hans-Ulrich Händel, Dr. Ekkehard Lippold und Ute Villing

Neckar-Erlebnis-Tal lädt zum Aktionstag Rad und Kunst am 24. September 2017

Der Verein Neckar-Erlebnis-Tal arbeitet gerade intensiv an einer Neuausrichtung, um auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet zu sein. Neueste Aktivität ist der „Aktionstag Rad und Kunst im Neckar-Erlebnis-Tal“ am Sonntag, dem 24. September 2017.

Hauptversammlung: Neue Mitglieder in den Vorstand gewählt

In Starzach traf sich der Verein Ende Juli zu seiner Mitgliederversammlung. Bürgermeister Thomas Noé begrüßte die anwesenden Mitglieder, die Fördermitglieder, die Presse und die Bürgermeister aus dem Neckar-Erlebnis-Tal.

Axel Blochwitz, 1. Vorsitzender des Vereins, hielt Rückschau auf die Aktivitäten. Er sprach auch über die strategischen Überlegungen, den Verein mit Unterstützung der Agentur Kohl & Partner neu auszurichten. Zudem ist der Vorstand mit interessierten Gemeinden über eine Ausweitung des Gebietes im Gespräch.

Bei den Wahlen schied der zweite Vorsitzende Richard Caspar nach vielen Jahren erfolgreicher Arbeit aus. Für ihn rücken zwei Mitglieder in den Vorstand nach, die erst seit kurzem dabei sind und mit frischen Ideen die Entwicklung des Vereins vorantreiben wollen.

Christina Gsell wurde zur zweiten Vorsitzenden des Vereins Neckar-Erlebnis-Tal gewählt.
Christina Gsell wurde zur zweiten Vorsitzenden des Vereins Neckar-Erlebnis-Tal gewählt.

Christina Gsell ist Betriebsleiterin in Rottenburg beim Eigenbetrieb „Wirtschaft Tourismus Gastronomie“ (WTG) und in dieser Funktion auch für Tourismus zuständig.

Frank Börnard rückt gemeinsam mit Christina Gsell als zweiter Vorsitzender in den Vorstand des Vereins Neckar-Erlebnis-Tal auf.
Frank Börnard rückt gemeinsam mit Christina Gsell als zweiter Vorsitzender in den Vorstand des Vereins Neckar-Erlebnis-Tal auf.

Frank Börnard ist Wirtschaftsförderer des Interkommunalen Gewerbegebietes InPark A81 , bei der Stadt Sulz am Neckar für Tourismus, Öffentlichkeitsarbeit und Kultur verantwortlich sowie Geschäftsführer des Steinbeis-Beratungszentrums impulse.ideen.innovationen.

Zur neuen Vorsitzenden der Fördermitglieder wurde Dr. Monika Laufenberg gewählt. Sie ist unter anderem zertifizierte Neckar-Landschaftsführerin und Vorsitzende des Förderverein Heimat und Kultur in Börstingen e. V..

Neuer Vorsitzender des Bürgermeister-Beirats ist Starzachs Bürgermeister Thomas Noé, der den Sulzer Bürgermeister Gerd Hieber ablöst.

Aktionstag Rad und Kunst am 24. September

Aktionstag Rad und Kunst
Am Sonntag, 24. September, findet der Aktionstag Rad und Kunst im Neckar-Erlebis-Tal statt.

Frank Börnard präsentierte bei der Sitzung das Konzept „Rad und Kunst“, das auf drei Säulen beruht:

  1. Flyer mit Angebots-Highlights und Verweisen auf die Online-Angebote
  2. Webseite radundkunst.net sowie Facebook-Seite.
  3. Aktionstag Rad und Kunst

Allen Angeboten ist gemein, dass sie das bewusste Erleben des Oberen Neckartals und das Kennenlernen der Kunst bekanntmachen und die Vernetzung fördern sollen. Zahlreiche Kunstschaffende und Institutionen beteiligen sich bereits an dem ambitionierten Projekt, das von Verkehrsminister Winfried Hermann mit einem landesweiten Preis ausgezeichnet wurde.

„Berlin hat vor einigen Jahren mit der längsten Kunstmeile der Welt geworben“, berichtete Börnard. „Das waren damals 45 Kilometer. Bei uns sind das co-werk in Oberndorf am Neckar dabei, der Kunstpfad in Sulz, das Quartier77, die Kulturtankstelle in Börstingen – bis hin zu zahlreichen Rottenburger Aktivitäten und vielen weiteren. Wir haben damit eine längere Kunstmeile als die Bundeshauptstadt“.

Weitere Informationen auf der Webseite von Rad und Kunst.

Business as (un)usual: InPark A81 auf der Messe „Mach‘ was draus!“

Die Stadthalle im Backsteinbau in Sulz am Neckar war Schauplatz der Messe „Mach‘ was draus!“. Sie ist ein „Markt der Möglichkeiten“ für Bürgerbeteiligung und Bürgerengagement.

Sabrina Glöckler von der Stadtverwaltung Sulz am Neckar begrüßt die Besucher der Messe "Mach' was draus!"
Sabrina Glöckler von der Stadtverwaltung Sulz am Neckar begrüßte die Besucher der Messe „Mach‘ was draus!“ .

Etwa fünfzehn Aussteller von Ortsteilen und Kommunen über Initiativen und Vereine bis hin zu Bürgermentoren mit ihren Projekten gestalteten die vielfältige Ausstellung.

Ganz bewusst ist der InPark A81 dabei

Mit dabei war auch das Projekt #radundkunst mit einem Infostand auf der Messe „Mach‘ was draus!“  – und das Interkommunale Gewerbegebiet Sulz am Neckar | Vöhringen InPark A81.

Was tut aber ein Gewerbegebiet auf einer solchen Messe? Zunächst einmal Präsenz zeigen bei einer lokalen Veranstaltung, an der viele Engagierte, Interessierte und Entscheidungsträger teilnehmen.

Zum anderen aber auch Bewusstsein dafür schaffen, dass heute neben harten Fakten vor allem weiche Standortfaktoren zählen.

Die Lage nahe der Autobahn ist für ein Gewerbegebiet wichtig. Ebenso wichtig sind aber Bürgerinnen und Bürger, die an der Attraktivität ihrer Gemeinde arbeiten. Sie erleichtern und ermöglichen Integration. Sei es für Geflüchtete, sei es aber auch für „Reingeschmeckte“, die ihren Lebensmittelpunkt in einer ländlichen Gemeinde suchen und finden.

Die Bürgerinnen und Bürger schaffen auch ein lebenswertes Umfeld. Sie halten aktive Vereine am leben und sorgen für kulturelle Vielfalt – vom Musikverein über die Jugendkunstschule KREISEL bis hin zum Kultur- und Heimatverein und vielen weiteren.

Letztlich passt das Motto „Mach‘ was draus!“ sehr gut zur Intention des InPark A81. Auf 35 Hektar Fläche entstehen im Gewerbegebiet neue Formen der Produktion, der Arbeit, der Innovation, der Vernetzung und der Kooperation.

Moderierter Rundgang erleichtert die Übersicht

Um den Besucherinnen und Besuchern einen Überblick zur Messe zu geben, interviewte ich die Ausstellenden bei einem moderierten Rundgang abwechselnd mit Hans-Ulrich Händel. Er ist Beauftragter für Bürgerengagement und Bürgerbeteiligung bei der Stadt Sulz und Inhaber von „Zukunft entwickeln“.

Video zeigt die Vielfalt der Messe „Mach‘ was draus!“

Als Nachbericht wurde ein Video zur Messe „Mach‘ was draus!“ produziert, das einen kleinen Überblick liefert.

Auch die Initiative #radundkunst informiert in einem Beitrag über die Messe auf ihrer Webseite.

On a Hike with Agatha Christie

We have managed to combine two of our biggest passions on our holidays on the Eifelsteig.

Guarded by Miss Marple

My wife and I are truly anglophile – despite the Brexit. Despite she has left the country to stay with me in Black Forest. It seems natural for us to love detective stories, too.

I remember the days of my childhood. My parents send me to bed, but I managed to tiptoe to my grand mother. Once a week, we watched Miss Marple on grand mothers black and white TV set. Of course the old fashioned series with Margaret Rutherford and her husband in real life, (James Buckley) Stringer Davis.

In June, we met the resolute old lady again at the Krimihotel Hillesheim. A small hotel, where every room is decorated to memorize some detective character or special agent like 007.

By the way: They say, that Miss Marple must have been 111 years old when she solved the last crime – if you ad up all the time mentioned in Agatha Christies books.

Hotelzimmer mit großem Foto der Romanfigur Miss Marple.
Despite a lot of suspicious people in the hotel, you sleep well – as Miss Marple herself is your guard.

If you like, you can go chasing criminals by yourself on special events at the Krimihotel – or have a very delicious meal at the Biergarten in the back of the house.

60 miles on the Eifelsteig

With the hotel as our starting point, we followed our second big passion – hiking. The Eifelsteig is a spectacular long distance hiking trail, more than 200 miles long. It leads in 15 stages of 14–28 kilometres (8.7–17.4 mi) from the Aachen district Kornelimünster to Trier and is maintained by the Eifel Club. We took six stages with about 60 miles.

Eine Treppe führt im Wald steil hinauf.
„Steig“ means rise or climb. You see why?

It’s been a very hot June this year – more than 35 degree celsius on some days. As we are not that trained people, we had to carry, drink and sweat about three liters of water per day.

Eifelsteig Felsen bei Gerolstein
Rocks near Gerolstein.

Good food

For a rest, we recommend the following stops:

Tisch in Form einer Muasefalle
The Café Mausefalle in Neroth says, it’s got the biggest Mausefalle (mousetrap) in the world.

Planning and booking is easy

The regional tourist office Eifel Tourismus GmbH offers help, information and easy booking of the tour. Of course you can travel without carrying your luggage.

 

Begegnung mit Miss Marple auf dem Eifelsteig

Zwei Leidenschaften miteinander verbinden: Das hat dieses Jahr im Urlaub perfekt funktioniert.

Übernachtung im Krimihotel

Als anglophiler Europäer (trotz Brexit) mag ich ja seit Kindertagen englische Krimis. Ich erinnere mich noch, dass ich im Sauerland abends heimlich zu meiner Oma geschlichen bin, um auf dem Schwarz-Weiß-Fernseher Miss Marple zu schauen. Natürlich die Folgen mit Margareth Rutherford und (James Buckley) Stringer Davis.

Der resoluten Dame sind wir nun wieder begegnet: Wir tauchten in ihre Welt ein im Krimihotel Hillesheim. Und erfuhren übrigens, dass sie, wenn man all ihre Fälle addiert, mindestens 111 Jahre alt geworden sein muss.

Hotelzimmer mit großem Foto der Romanfigur Miss Marple.
Trotz teils zwielichtiger Gestalten nächtigt man gut im Krimihotel – schließlich wacht Miss Marple!

Wer mag, kann im Krimihotel auch bei Veranstaltungen auf Verbrecherjagd gehen – und sich im angeschlossenen Biergarten lecker stärken.

125 Kilometer auf dem Eifelsteig

Von dort gingen wir dann der zweiten großen Leidenschaft nach. Eine lange Wanderung auf dem Eifelsteig. Der sehr gut ausgeschilderte, 313 km lange Fernwanderweg führt in 15 Etappen von 14 bis 29 Kilometer Länge vom Aachener Ortsteil Kornelimünster nach Trier. Sechs Abschnitte haben wir unter Schusters Rappen genommen.

Eine Treppe führt im Wald steil hinauf.
Der Eifelsteig machte schon gleich zu Beginn seinem Namen alle Ehre.

Eine Herausforderung waren dieses Jahr im Juni die hohen Temperaturen. Bis zu 35 Grad, bei asphaltierten Wegen auf freiem Feld war es gefühlt sogar noch heißer. Bis zu drei Liter Wasser haben wir am Tag mitgeschleppt und verdunstet.

Eifelsteig Felsen bei Gerolstein
Steil aufragende Felsen beim Abstieg nach Gerolstein.

Tipps für gutes Essen

Wir waren froh, dass die meisten Hotels recht kühle Zimmer angeboten haben. Denn nicht immer gab es Möglichkeiten, an schattigen Plätzen eine Pause einzulegen.

Tisch in Form einer Muasefalle
Das Café Mausefalle in Neroth rühmt sich, die größte Mausefalle der Welt zu haben.

Überwiegend haben wir sehr lecker gegessen – etwa im

Entlastung durch Wanderstöcke

Sehr bewährt haben sich auf den teils steilen An- und Abstiegen meine neuen Wanderstöcke. Die Leki Micro Vario Carbon habe ich zum Glück im lokalen Fachgeschäft Sport Stiehle gekauft. Ausrüstungsgegenstände, bei denen es auf die Größe ankommt, muss man einfach an- und ausprobieren. Zwar sind die Lekis um 10 Zentimeter verstellbar, aber ich hätte ohne Beratung fast die falsche Größe genommen.

Frank Börnard unterwegs auf dem Eifelsteig
Auf den teils schmalen, steilen Pfaden sind die Leki-Stöcke eine Hilfe.

Die Stöcke sind gerade für Gelegenheitswanderer eine Entlastung. Es geht sich an kniffligen Stellen sicherer, zudem werden die Knie entlastet. Und sie wiegen mit 229 Gramm pro Stück kaum etwas. Zur Qualität muss man bei Leki nicht viel sagen. Der hohe Preis ist durch die perfekte Funktion, die saubere Verarbeitung und die hochwertigen Materialien gerechtfertigt. Zu den Stöcken gehört ein kleiner Beutel, so dass man sie sauber im Rucksack verstauen kann.

Zwei Wanderstöcke auf einem Tisch.
Klein faltbar, sehr leicht, robust gemacht: Leki Micro Vario Carbon.

Gegen Aufpreis gibt es übrigens auch die Varianten „Strong“ (verstärkt) und den vom Magazin Outdoor mit „Sehr gut“ getesteten „Leki Micro Vario Carbon AS“ (Anti-Shock; mit Gummidämpfer). Ob man die Dämpfung wirklich benötigt, ist Geschmacksfrage. Ich persönlich trage die Stöcke lieber über kurze, felsige Passagen und setze auf harten Böden und Asphalt ohnehin auf die Gummidämpfer Rubber Tip Trekking. So praktiziere ich es auch mit meinen Nordic-Walking-Stöcken immer.

Die Gummipuffer werden auf das Stockende geschoben.
Zum Glück wird zu den Gummipuffern eine Bedienungsanleitung mitgeliefert.

Wer jetzt über diese sinnlos erscheinende Bedienungsanleitung schmunzelt – sie ist auch noch falsch. Leicht aufsetzen, und dann den Gummipuffer mit dem Stock auf den Boden drücken. Das wäre richtig, weil es Kraft spart.

Preisgleich zum Standard-Stock ist die „Lady“-Ausführung erhältlich – wohl mit kleinerem Griff.

Wandern ohne Gepäck

Insgesamt war die Wanderung von der Eifel Tourismus GmbH sehr gut geplant. Täglich gab es ein Lunch-Paket in den durchweg guten Hotels. Der Gepäcktransport klappte wie am Schnürchen, der zur Verfügung gestellte Wanderführer Eifelsteig beschreibt präzise alle Etappen.

Reiseführer Eifelsteig

Und zum guten Schluss gab´s noch ein schickes Zertifikat nebst Anstecker.

Business as (un)usual: Es wird ernst…

Dr. Mijke Slot (Foto) und Jeroen Jansz leiten den Kurs "Serious Games". Foto: Coursera
Dr. Mijke Slot (Foto) und Jeroen Jansz leiten den Kurs „Serious Games“. Foto: Coursera

…beim Thema „Serious Games“. Die Erasmus Universität Rotterdam bietet über den Dienstleister Coursera einen kleinen Kurs „Serious Gaming“ an. Es geht darum, wie Spiele zum Lernen genutzt werden können oder, um Einstellungen im positiven Sinn zu beeinflussen. Einige der angeschnittenen Fragen:

  • Wie funktionieren Serious Games?
  • Welche Merkmale haben sie?
  • Kann man Menschen über Spiele für Notsituationen in Darfur sensibilisieren?
  • Lässt sich die Nutzung des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs dadurch verbessern?
  • Sind per Serious Game geschulte Mediziner in Notsituationen besser?
  • Wie setzen Betriebe Serious Games zur Produktivitätssteigerung ein?
  • Welche Potenziale haben Augmented Reality und Virtual Reality?

Der Kurs ist in leicht verständlichem Englisch. Er überzeugt mit guten Praxisbeispielen und engagierten Dozenten. Geleitet wird er von Professor Jeroen Jansz und Dr. Mijke Slot.

Nicht ganz so gut fand ich persönlich dagegen die teils unnötig komplizierten Inhalte und Definitionen. Es gibt zum Beispiel einen guten Wikipedia-Artikel zum Thema „procedural rhetoric“, der den Begriff wesentlich klarer definiert. Spiele-Autoren beeinflussen bei dieser speziellen Rhetorik den Spieler nicht durch Worte, sondern durch die Regeln des Spiels. Ein interessanter Fakt, der wirklich „erlernenswert“ ist.

Insgesamt lohnt sich die Teilnahme am Kurs, weil man besser versteht, welche Technik und welche Methoden hinter Serious Games stecken. Und, welche Potenziale Simulationen, Spiele und digital erweiterte Realitäten haben.

Certificate Serious Gaming
Nach sechs Wochen Kursteilnahme gibt’s auf Wunsch ein Zertifikat für die erfolgreiche Teilnahme.

 

Business as (un)usual: Smoothies und Rasenteppich am Messestand

Einen neuen Messestand hat der InPark A81 zur Steigerung der regionalen Präsenz entwickelt.

Bisher war das Interkommunale Gewerbegebiet vor allem auf der Immobilienmesse ExpoReal in München präsent. Europas größte B2B-Fachmesse für Immobilien und Investitionen ist hoch spannend, vor allem, um Trends zu erkennen. Aber es langte dem InPark A81 nur zu einem kleinen Stand und wenigen Kontakten zu potenziellen Investoren.

Informationen in drei Fremdsprachen

Internationale Investoren werden seit Jahresbeginn auf der Webseite des Gewerbegebietes mit Bereichen auf Englisch, Französisch und Spanisch informiert. Ein klares Signal, dass „Weltfirmen“ willkommen sind.

In drei Fremdsprachen informiert der InPark A81 Interessenten.
In drei Fremdsprachen informiert der InPark A81 Interessenten.

Auch die Heimat kommt zu Wort

Die meisten Interessenten für Gewerbegebiete kommen aber aus einem überschaubaren Umkreis. Deshalb soll nun der Schwerpunkt der Präsenz regional erfolgen. Passend dazu wurde auch eine schwäbische Informationsseite eingerichtet.

Auch auf Schwäbisch ist die Informationsseite verfügbar.
Auch auf Schwäbisch ist die Informationsseite verfügbar.

Neuer Messestand

Weicher Teppich, bequeme Liegestühle: Nicht nur damit punktete der neue Messestand des InPark A81.
Weicher Teppich, bequeme Liegestühle: Nicht nur damit punktete der neue Messestand des InPark A81.

„Wir haben einen Platz für Sie frei“, lautet der Slogan des Interkommunalen Gewerbegebietes InPark A81 am neuen Messestand. Erstmals kam der Stand bei der regionalen Messe „Treffpunkt Wirtschaft“ in der Rottweiler Stadthalle zum Einsatz. „Bei anderen Messen haben wir gesehen, dass die Besucher nach einiger Zeit froh sind, wenn sie sich mal hinsetzen und ausruhen können. Daraus entstand die Idee, genau das anzubieten“, erklärt Wirtschaftsförderer Frank Börnard.

„Wir haben einen Platz für Sie frei“, hieß es deshalb am Stand. Der weiche Rasenteppich mit Liegestühlen wurde dann auch rege genutzt. „In lockerer und entspannter Atmosphäre konnten wir mit unseren Gästen ins Gespräch kommen. Dazu haben wir ihnen grüne Smoothies vom lokalen Bio-Supermarkt biomammut serviert. Dieses etwas andere Werbegeschenk haben wir ganz bewusst ausgewählt, denn damit können wir zeigen, dass die Versorgungslage in unmittelbarer Nähe unseres Gewerbegebietes nichts zu wünschen übrig lässt.“
Den Hintergrund des Messestandes bildet ein fünfeinhalb Meter breites Foto. „Es zeigt nicht nur den InPark A81, sondern auch die Lage des Gebietes in unmittelbarer Autobahnnähe“, erläutert Geschäftsführer Michael Lehrer.

In der Presse

Der Schwarzwälder Bote berichtet unter dem Titel „Auf Rasenteppich ist ein Platz frei“ über den neuen Stand.

Business as (un)usual: Digitalisierung – Herausforderung im Berufsleben

Man lernt ja nicht aus, was es alles gibt: Vom Netzwerk für berufliche Fortbildung erhielt ich eine Einladung zum „Pre-Opening Talk“ der Bildungsmesse Neckar-Alb binea. Das Expertengespräch fand einen Tag vor der offiziellen Eröffnung der Bildungsmesse im kleinen Rahmen statt – dafür war das Themenspektrum um so größer.

Perspektiven neu denken

„Digitalisierung – Herausforderungen im Berufsleben: Fit durch Fortbildung!“ lautete der Titel des Pre-Opening Talks. Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Weiterbildung waren eingeladen:

Die Veranstaltung am Donnerstag, 2. Februar, um 18 Uhr in der Reutlinger Stadthalle moderierte Dr. Ulrich Bausch. Bausch ist Vorsitzender des Netzwerks für berufliche Fortbildung und Geschäftsführer der Volkshochschule Reutlingen.

Screenshot aus einem Video über die Bildungsmesse binea.
Beim Pre-OpeningTalk der Bildungsmesse Neckar-Alb diskutierte ich mit Georg Falke, Dr. Uwe Bausch, Prof. Dr. Kai Sassenberg und Dr. Carl-Heiner Schmid über die Chancen und Risiken der Digitalisierung in der Bildung. Foto: Screenshot RTF1

Das Gespräch startete mit einem kurzen Austausch zu den Veränderungen der Berufswelt durch die Digitalisierung. Carl-Heiner Schmid von der HS-Heinrich Schmid GmbH & Co. KG berichtete, dass seine über 4200 Handwerker auf den Baustellen Tablets und Smartphones einsetzen – positionierte sich aber auch klar, dass die Wertschöpfung im Handwerk über die Arbeit mit den Händen erfolgt.

Georg Falke forderte unter anderem eine deutlich bessere Ausbildung der Lehrenden in der Weiterbildung bezüglich der Nutzung digitaler Technik. Hier konnte Prof. Dr. Kai Sassenberg schon auf Pilotprojekte verweisen, die sein Institut betreut. Er zitierte aber auch Studien, dass die Massive Open Online Courses (also rein digitale Weiterbildungskurse für Massen von Nutzern) oft nur von 1,5 Prozent der Teilnehmenden abgeschlossen werden.

Professor Sassenberg pflichtete mir bei, dass das Kursangebot auf Englisch und Spanisch sehr umfangreich ist – während zum Beispiel deutschsprachige Kurse vergleichsweise selten sind und längst nicht so viele Themen abdecken.

Opfer und Profiteur der Digitalisierung

Aufgegriffen wurde meine recht provokante Äußerung, dass (nicht nur) ich selbst Opfer und und Profiteur der Digitalisierung bin. Auf die Frage des Moderators, ob Digitalisierung ein „Jobkiller“ sei, stellte ich die beiden Perspektiven heraus.

Digitalisierung als Jobkiller

Grafik mit zurückgehenden Auflagenzahlen bei Tageszeitungen
Die Auflagen der Tageszeitungen gehen seit Jahren massiv zurück – steigende Verkaufszahlen beim ePaper können dies nicht auffangen. Quelle: WUV

Nicht zuletzt die Fachzeitschrift „Werben und Verkaufen (WUV)“ berichtet immer wieder, wie sehr die Auflagen von Tageszeitungen und Magazinen sinken. So titelt Petra Schwegler etwa „Print schrumpft weiter“ und zitiert dazu Zahlen der  Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e. V. (IVW). Der Auflagenrückgang führt zu einer Konzentrationswelle bei Zeitungen und Zeitschriften. Und auch zu Problemen, den lokalen Journalismus zu finanzieren. Noch ist keine Lösung für eine Zwickmühle erkennbar: Auf der einen Seite ist diese kritische Begleitung durch unabhängige Berichterstattung unverzichtbar für eine demokratische Gesellschaft, auf der anderen Seite ist diese Gesellschaft immer weniger bereit, dafür zu bezahlen. Schließlich scheint es doch über das Internet kostenlose Alternativen zu geben, die schneller, attraktiver, bunter, individueller und leichter zu konsumieren sind.

Jeder wird zum Filmproduzenten

Wenn man an die ikonischen Bilder von 9/11 oder der Notlandung auf dem Hudson-River denkt, dann sind nicht nur Printmedien betroffen. Man benötigt keine Druckmaschine und kein Filmteam mehr, um relevante, aktuelle, von Millionen konsumierte Inhalte zu erzeugen. Aber wer zahlt dafür, dass Journalisten aufwendig recherchieren, prüfen, aufbereiten und ein (hoffentlich) ausgewogenes Gesamtbild der Welt liefern? Und dafür, dass uns Journalisten auch mal etwas Neues erzählen sowie Altbekanntes hinterfragen?

Der Kostendruck führt zu Spezialisierung, zu weniger Vielfalt, zu weniger Präsenz der einzelnen Journalisten „vor Ort“ – und damit dazu, dass die Meinungsbilder weniger breit sind. Wenn weniger Journalisten zu einem Termin anreisen, wenn viele Journalisten elektronische Pressestellen, E-Mails und die Datenlieferung direkt ins Redaktionssystem als Haupt-Nachrichtenquelle nutzen – dann ist das eine inhaltliche Verarmung. Es steigert darüber hinaus die Gefahr, dass Lobbyisten, Verbände, Meinungsbildner, PR-Fachleute, im Kleinen Pressesprecher oder Öffentlichkeitsbeauftragte das Bild bestimmen.

Ich selbst habe mich angesichts der massiven Veränderungen gefragt, ob das die journalistische Welt ist, in der ich arbeiten möchte. Zumal die Konkurrenz fast übermächtig erscheint. Ein Stück weit bin ich eben „Opfer“ der Digitalisierung – und habe deshalb meinen Job gewechselt.

Das böse Facebook

Facebook wird von vielen als wichtigste – und oftmals einzige – Nachrichtenquelle genutzt. Fast die Hälfte der US-Amerikaner unter 35 sieht dies so, wie Christian Stöcker in seinem Spiegel-Artikel „Radikal dank Facebook“  darstellt. Dabei landen Menschen leicht in einer „Filterblase“, wie es Eli Pariser nennt: Sie sehen nur Inhalte, die von Algorihtmen für sie bestimmt werden. Es entsteht der Eindruck „Die ganze Welt ist meiner Meinung“ (Konrad Lischka).

Social Bots, also Meinungsroboter, können in Wahlkämpfen gezielt eingesetzt werden, um das Weltbild der Social-Media-Nutzer zu verändern. So jüngst geschehen beim US-Wahlkampf mit „politischem Direktmarketing“. Social Bots sind nur ein Beispiel für die Entwicklungen, die Digitalisierung derzeit nimmt. Rutschen wir in eine düstere Welt?

Der Nutzer, User, Leser – er stimmt mit den Füßen oder besser: mit dem Mausklick und Tablet-Wisch ab, was relevant ist. Was geteilt wird, und was nicht. Was viral wird. Was attraktiv ist.

Frank Börnard vom InPark A81 spricht im Regionalfernsehen RTF1.
Das Regionalfernsehen RTF1 interviewte mich zum Thema Big Data. Foto: Screenshot RTF1

Hier ist auch ein Bezug zur Weiterbildung zu sehen: Wenn ich mir künftig Zertifikatslehrgänge selbst aussuche und zusammenstelle – rein nach meinen persönlichen Interessen –, dann erhalte ich ein Studium, dass viel mehr meinen Talenten, meinen Schwerpunkten, meinen Fähigkeiten entspricht. Ich schaue aber (pessimistisch betrachtet) wesentlich weniger in unbekannte, möglicherweise wichtige und neue Wissensgebiete.

Wer ist eigentlich (nicht) betroffen?

Nicht nur Journalisten sind bereits jetzt stark von der Digitalisierung beeinflusst – bis hin zum Roboter-Journalismus, der aus Fakten eigenständig Meldungen erstellt. Ohne menschliches Zutun.

Aber auch andere Branchen sind bekanntlich betroffen. Selbst Ärzte. Computer erstellen inzwischen schon sehr präzise Diagnosen und Prognosen, wie unter anderem ein kurzer BBC-Beitrag zum Beth Israel Deaconess Medical Center zeigt.

80 Prozent Materialeinsparung

Schon 2013 zeigte eine Studie, die Rolls Royce im Auftrag der EADS erstellte, dass bei Flugzeug-Triebwerken der Abfall bei der Produktion (er macht 5,5 der insgesamt 6,5 Tonnen eingesetzten Materials aus) um 80 Prozent reduziert werden kann. Die Auswirkungen (auch) auf die Arbeitsplätze werden entsprechend groß sein – sowohl was die Qualifizierungen, die Ortsunabhängigkeit der Produktion, die Bedeutung einzelner Zweige wie dem spezialisierten Maschinenbau wie auch die Anzahl und Verteilung der Arbeit angeht.

Zumal 3D-Druck nicht nur den Aufwand reduzieren kann – weil schlicht nicht mehr gebohrt, gefräst, geschliffen und poliert werden muss – sondern auch, weil völlig neue Bauteile möglich werden. Deshalb hat Rolls Royce für das neue Trend-XWB-97-Triebwerk in der Entwicklung bereits Getriebegehäuse mit einem Durchmesser von 1,5 Meter im 3D-Druck (Additive Layer Manufacturing, ALM) produziert. Schon beim Druck konnten neuartige Heizkanäle integriert werden.

Man ist schon geneigt, zu sagen „natürlich“ sind noch viele andere Branchen und Technologien betroffen. Der „Report 3D-Printing“ der Europäischen Kommission zeigt, was heute alles denkbar ist:

  • Implantate – vom Zahnersatz, der den Zahntechniker überflüssig machen könnte bis hin zu ganzen, perfekt angepassten Knochen.
  • Alle nur vorstellbaren Plastik- und Metallteile. Darunter auch Ersatzteile für jede Maschine, die auf Basis der Daten weltweit gedruckt werden können und nicht mehr verschifft werden müssen.
  • Deko-Artikel fürs Haus und Spielzeuge.
  • Textilien.
  • Bauteile und ganze Häuser.
  • Essen.

Die Chancen der Digitalisierung

Beim Pre-Opening Talk wies ich bewusst auch auf die Chancen hin – denn ein Teil von mir ist eben auch „Profiteur der Digitalisierung“. Mein nebenberufliches Studium der Betriebswirtschaft war zunächst der Versuch, irgendwie noch einen Studienabschluss zu bekommen.

Als „Fachfremder“ habe ich dabei alle mir zur Verfügung stehenden und erreichbaren Möglichkeiten genutzt, um das Studium zu schaffen. Von Youtube-Videos bis zu Recherchen mit Suchmaschinen und in Online-Ressourcen verschiedener Universitäten, von Online-Kursen bis zu Lern-Software, von auf dem Tablet erstellten Mind-Maps bis hin zum Austausch mit anderen Studierenden über digitale Kanäle. Ganz nebenbei bemerkt: Ich habe fast alle MOOCs, zu denen ich mich angemeldet hatte, auch absolviert. Es sei denn, ich fand sie nicht relevant oder schlecht gemacht. Bei all dem war ich nicht nur Konsument, sondern auch Produzent. Bei meinen Vor-Ort-Recherchen zum Thema „Impulse, Ideen und Innovationen für den Einzelhandel“ habe ich zur Dokumentation und Erkundung Dutzende Fotos geschossen und einige Videos gedreht. Wobei das nicht einmal ansatzweise vergleichbar ist mit dem Aufwand, den Hochschulen heute schon treiben.

Es ist faszinierend, mit welchem Aufwand Institute wie das Massachusetts Institute of Technology (MIT) die MOOC-Teilnehmenden motivieren und über einen Spannungsbogen bei der Stange halten. Doch die Produktion solcher Kurse ist hoch aufwendig. Für den Markt aller Englisch-Sprechenden lohnt sich das – für die vergleichsweise wenigen Deutschsprachigen, die sich nebenbei weiterbilden wollen, eher nicht. Zumal es so gut wie nie offizielle ECTS-Punkte für die Kurse gibt.

Mein persönlicher Erfolg dank der Nutzung aller Möglichkeiten: Ich „schaffte“ das Studium nicht nur, sondern schloss es als Fachfremder sehr gut ab. Deshalb nutze ich weiterhin die digitalen Chancen – ohne die analoge Welt aus den Augen zu verlieren. In einem von mir geleiteten Vertriebs-Workshop sagten die Teilnehmer schließlich, sie seien heute wegen der modernen Kommunikationsmethoden nicht seltener, sondern häufiger bei ihren Kunden.

Ein Plädoyer fürs Analoge

Bei der Betreuung Studierender an der Business School Alb-Schwarzwald stelle ich darüber hinaus immer wieder fest, dass Erwachsene in der Weiterbildung froh sind, wenn sie persönlich betreut werden. In Räumen, die weitgehend frei sind von digitaler Technik. Schließlich sitzen sie üblicherweise schon in ihren Berufen die meiste Zeit vor dem Rechner. Ganz bewusst setze ich daher auch auf ungewöhnliche analoge Techniken bei kreativen Workshops.

Frank Börnard setzt ein Kamishibai in einem Workshop mit Unternehmern ein.
In einem Workshop mit Unternehmern habe ich schon ein japanisches Papiertheater eingesetzt und die Teilnehmenden selbst zeichnen lassen. Das Kamishibai erwies sich als hervorragendes, rein analoges Werkzeug. Foto: Andrea Weigold

Als Wirtschaftsförderer des InPark A81 habe ich dennoch auf die Chancen der Digitalisierung in der Bildung hingewiesen. Fachkräfte in ländlichen Regionen wissen die Möglichkeiten, ortsunabhängig bei hochkarätigen Experten zu studieren, zu schätzen. Das Youtube-Video ist oft die beste Anleitung. Gut gemachte Online-Kurse oder Lernsoftware kann man in seinem eigenen Tempo, nach seinen eigenen Fähigkeiten und seinem eigenen Zeitplan optimal nutzen. Zudem ist diese Form der Weiterbildung auch noch preiswert, die Inhalte immer wieder verfügbar und der Umgang mit digitaler Technik leicht zu erlernen.

Die Lösung liegt wie immer in einer Mischung

Im Unterricht an kleinen Hochschulen können über digitale Technik die Potenziale der weltweit führenden Universitäten und Kapazitäten genutzt und beispielsweise lokal diskutiert werden. „Blended Learning“, das Nutzen der Vielfalt vom persönlichen Gespräch bis hin zu modernster virtueller Technologie ist eine zu große Chance, als dass man sie nicht kennen und einsetzen sollte.

Das Fernsehen fasst zusammen

Der Fernsehsender RTF1 hat zur Bildungsmesse binea und dem Pre-Opening Talk einen kleinen Filmbeitrag gedreht und einige Aspekte der Gesprächsrunde aufgegriffen:

Links:

Allgemeine Infos zu Digitaler Bildung:

Bildungsmesse Neckar-Alb binea

Learning how to learn MOOC, University of San Diego

Massachusetts Institute of Technology (MIT)

Netzwerk für berufliche Fortbildung

Artikel zu 3-D-Druck/Additive Layer Manufacturing:

EU-Studie

„Report 3D-Printing“

Genannte Firmen:

Business School Alb-Schwarzwald

HS-Heinrich Schmid GmbH & Co. KG

InPark A81 – Interkommunales Gewerbegebiet Sulz am Neckar | Vöhringen

RTF1 – Fernsehen für die Region Neckar-Alb

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